Warum wird der Glaube bei vielen Menschen nicht angewendet? Was ist eigentlich ein Glaube, der Wunder bewirkt? Im Glauben etwas zu tun – dazu gibt es in der Bibel viele Beispiele. Ich möchte nur zwei nennen: Da ist die Frau, die nur den Saum des Gewandes von Jesus berührte. Sie glaubte: „Wenn ich nur sein Gewand berühre, werde ich gesund.“ Und sie wurde geheilt.
Oder der Hauptmann Kornelius, der zu Jesus sagte: „Sprich nur ein Wort, und mein Knecht wird gesund.“ Und das geschieht auch heute noch, denn Jesus und der Heilige Geist leben in uns. Dadurch verherrlichen wir den Vater. 1. Johannes 5,4: „Denn alles, was aus Gott geboren ist, überwindet die Welt; unser Glaube ist der Sieg, der die Welt überwunden hat.“ Das Wort „glauben“ finden wir im Alten Testament kaum. Eine der bekanntesten Stellen finden wir jedoch in 1. Mose 15,6, wo von Abraham gesprochen wird: „Abraham glaubte dem Herrn, und er rechnete es ihm als Gerechtigkeit an.“
Insgesamt finden wir 216 Bibelstellen, in denen wir über den Glauben lesen. In Römer 4,1-3 nimmt Paulus Bezug auf diese Stelle und zeigt, dass der Glaube eines Menschen ihm zur Gerechtigkeit gerechnet wird. Das bedeutet für uns: Wer an den glaubt, der den Herrn Jesus aus den Toten auferweckt hat, dem wird dieser Glaube zur Gerechtigkeit gerechnet. Das wird auch in Römer 4,5 deutlich: „Wer dagegen keine Werke vorzuweisen hat, aber an den glaubt, der die Gottlosen gerecht macht, dem wird sein Glaube als Gerechtigkeit angerechnet.“ Und weiter lesen wir in Römer 5,1-2: „Da wir nun durch den Glauben gerecht geworden sind, haben wir Frieden mit Gott durch unseren Herrn Jesus Christus. Durch ihn haben wir im Glauben auch Zugang zu dieser Gnade, in der wir stehen, und wir rühmen uns der Hoffnung auf die zukünftige Herrlichkeit, die Gott geben wird.“
Der Glaube, der Gott gefällt
Johannes 3,36: „Wer an den Sohn glaubt, hat ewiges Leben.“ Glaube ist tatsächlich ein Geschenk, das von Gott kommt. Epheser 2,8: „Denn aus Gnade seid ihr gerettet durch den Glauben, und das nicht aus euch – Gottes Gabe ist es.“ Die Errettung basiert auf dem Glauben und nicht auf den Werken des Gesetzes. Römer 10,9: „Wer mit seinem Mund bekennt, dass Jesus der Herr ist, und in seinem Herzen glaubt, dass Gott ihn aus den Toten auferweckt hat, wird gerettet werden.“
Wahrer Glaube zeigt sich jedoch durch gute Werke. Wenn jemand sagt, er habe Glauben, dann ist es berechtigt, ihm zu sagen: „Zeige mir deinen Glauben aus deinen Werken.“ Jakobus 2,14-26 macht deutlich: Die guten Werke kommen aus dem Glauben. Wenn der Glaube sich nicht offenbart, wird er als „tot“ beschrieben. Dieser tote Glaube unterscheidet sich vollkommen von dem echten, lebendigen und aktiven Glauben. Eine rein verstandesmäßige Zustimmung ist noch kein Glaube. Echter, rettender Glaube bringt Freude und Frieden.
Wenn wir Jesus annehmen, empfangen wir ein neues Herz, den Heiligen Geist und Vergebung unserer Sünden. Der Glaube ist der Sieg, der die Welt überwindet. Gottes Wort erfüllt sich, wenn wir Ihm beim Wort nehmen. Überwinden bedeutet: besiegen. Deshalb müssen wir die Grundlage des Glaubens verstehen. Es geht nicht um meinen eigenen Glauben, sondern um den unerschütterlichen Glauben an Gott – einen Glauben, der die Kraft Gottes freisetzt.
Hebräer 11,6: „Aber ohne Glauben ist es unmöglich, Gott zu gefallen; denn wer zu Gott kommen will, der muss glauben, dass er ist und dass er denen, die ihn suchen, ihren Lohn gibt.“ Gott hat durch Glauben die Welt geschaffen. Er hat alles durch sein Wort ins Dasein gesprochen. Hebräer 11,3: „Durch den Glauben erkennen wir, dass die Welt durch Gottes Wort geschaffen ist, sodass alles, was man sieht, aus nichts geworden ist.“ Der Glaube ist das Entscheidende, worauf es ankommt. Ohne Glauben ist es unmöglich, Gott zu gefallen. Nur durch den Glauben können wir vor Gott bestehen.
Der Hebräerbrief zeigt anhand des Alten Testaments viele Glaubenszeugen, die durch diesen Glauben entscheidend weitergekommen sind. Und so ist es bis heute geblieben. Auch der Wandel eines Christen ist von Kraft und Einsatzbereitschaft geprägt, denn: „Wir wandeln im Glauben und nicht im Schauen.“ Diesen Glauben sehen wir besonders in Hebräer 11 beschrieben.
Der Kleinglaube der Jünger
Der Herr Jesus musste seine Jünger im Alltag immer wieder wegen ihres Kleinglaubens tadeln. Der Gläubige soll in allen Situationen des täglichen Lebens Vertrauen und Glauben an den lebendigen Gott haben. Auch wenn wir glauben, kann es geschehen, dass wir in manchen Situationen kleingläubig oder sogar ungläubig reagieren. Als Jesus mit seinen Jüngern in Seenot geriet, sagte er: „Was seid ihr so furchtsam, ihr Kleingläubigen?“ Dann stand er auf, bedrohte den Sturm, und es entstand eine große Stille.
Eine andere Begebenheit sehen wir, als Petrus Jesus auf dem Wasser stehen sah. Er hatte Glauben, stieg aus dem Boot und ging auf dem Wasser auf Jesus zu. Doch als er nicht mehr auf Jesus schaute, sondern auf die Naturgewalten um ihn herum, begann er zu sinken. Aber sofort streckte Jesus seine Hand aus, ergriff ihn und sagte: „Du Kleingläubiger, warum hast du gezweifelt?“
Glaube wie ein Senfkorn
Matthäus 17,19-20: „Da traten die Jünger zu Jesus, als sie allein waren, und fragten: Warum konnten wir ihn nicht austreiben? Er aber sagte zu ihnen: Wegen eures Kleinglaubens. Denn wahrlich, ich sage euch: Wenn ihr Glauben habt wie ein Senfkorn, so könnt ihr zu diesem Berg sagen: Rück von hier fort dorthin! Und er wird fortrücken; und euch wird nichts unmöglich sein.“
Auch am leeren Grab sehen wir diese Spannung: Die Frauen begegneten dem auferstandenen Jesus und gingen voller Glauben zu den Jüngern, um ihnen davon zu berichten. Doch die Jünger glaubten ihnen nicht und hielten es für Geschwätz. Die Frauen hatten geglaubt – die Jünger zweifelten noch.
Wie sieht es mit unserem Glauben aus?
Gibt es Zweifel in meinem Herzen? Markus 16,14: „Zuletzt, als die Elf zu Tisch saßen, offenbarte er sich ihnen und schalt ihren Unglauben und ihr verstocktes Herz, weil sie denen nicht geglaubt hatten, die ihn als Auferstandenen gesehen hatten.“ Damit sind die Frauen gemeint, die Jesus nach seiner Auferstehung gesehen hatten und den Jüngern davon berichteten. Die bekannte Aussage: „Glauben heißt nichts wissen“, ist demnach falsch. Im Glauben erfahren wir zwar nicht im Einzelnen, wie Gott vorgegangen ist, aber es reicht zu wissen, dass Gott der Schöpfer und Erhalter von allem ist. Er ist es, der auch uns hält und an den wir uns halten müssen, weil nur Er alle unsere Fragen beantworten kann.
Deshalb ist es gut, dass das Wort Gottes auf den Glauben. Durch den Glauben werden Zusammenhänge erkannt und Antworten gefunden, die zu dem Ergebnis führen, das man eigentlich sucht. Wenn wir Gott gefallen und mit ihm zusammenarbeiten wollen, müssen wir echten Glauben haben. Epheser 3,20: „Dem aber, der überschwänglich mehr tun kann als alles, was wir bitten oder verstehen, nach der Kraft, die in uns wirkt, …“
Können wir dieses Wort annehmen und wirklich glauben? Oft kommt diese Überzeugung in unseren Gebeten nicht zum Ausdruck. Unglaube kann auch zu Ungehorsam führen. Wie wir wissen, ist Ungehorsam für Gott ein Gräuel. Er hasst den Ungehorsam, aber er freut sich über Glauben und Gehorsam. Markus 11,24: „Darum sage ich euch: Bei allem, worum ihr in eurem Gebet bittet, glaubt nur, dass ihr es schon empfangen habt, so wird es euch zuteilwerden.“ Das bedeutet im Umkehrschluss: Wenn wir nicht glauben, werden unsere Gebete nicht beantwortet.
Wenn wir nicht verstehen, was Glaube ist, werden wir auch nicht erleben, wie Gott auf unsere Gebete antwortet. Wir müssen glauben, ohne zu zweifeln. Wenn wir glauben, dass Gott das tut, worum wir gebetet haben, dann sagt Jesus: Es wird uns zuteilwerden. Der Gerechte lebt aus Glauben.
„Dein Glaube hat dich geheilt“, sagte Jesus zu verschiedenen Menschen, die an ihn und seine Vollmacht geglaubt hatten. Kannst du einfach sagen: „Jesus, heile mich“, und es geschieht automatisch? Nein. Auch die Dämonen glauben, dass Jesus der Herr ist. Aber allein die Tatsache zu wissen, dass Jesus Herr ist und dass er etwas tun kann, bewirkt noch keinen rettenden und wirksamen Glauben. Es geht darum, wirklich zu glauben, dass Jesus es tun will und dass er in unserem Leben Durchbrüche schenken möchte.
Es ist sehr wichtig, was wir glauben. Wir müssen uns auf sein Wort und auf seine Verheißungen stellen. Durch sein Wort erkennen wir, was Gottes Wille ist. Jesus sagt: „Bittet, und euch wird gegeben werden; sucht, und ihr werdet finden; klopft an, und euch wird geöffnet werden.“ Weißt du, was dir in Jesus Christus gehört?
Glaube bedeutet handeln
Ohne einen aktiven Glauben, der das Wort Gottes anwendet und danach handelt, erleben wir nicht die Kraft Gottes. Wir müssen glauben:
„Ich bin geheilt durch das Blut Jesu.“ Und dieser Glaube muss sich auch in unserem Verhalten zeigen. Glaube bedeutet, entsprechend dem zu handeln, was wir glauben. Es bedeutet, Schritte im Glauben zu gehen. Mangelnder Glaube begrenzt Gottes Wirken unter uns. Wenn wir Gott nichts zutrauen, blockieren wir geistliche Aufbrüche.
Gott gebraucht unsere Gebete, um seine Ziele zu erreichen. Es gibt Menschen, die gläubig sind, aber nicht wirklich glauben, dass Gott alles möglich ist. Gott möchte, dass wir begeistert sind und ihn von Herzen lieben. Glaube bedeutet immer Vertrauen gegenüber einer Person. Diese Person ist Jesus. Philipper 4,19: „Mein Gott aber wird all euren Mangel ausfüllen nach seinem Reichtum in Herrlichkeit in Christus Jesus.“
Beispiele des Glaubens
In Markus 5,27-34 lesen wir von der Frau, die zwölf Jahre krank gewesen war. Sie sagte in Vers 28: „Wenn ich nur seine Kleider berühren könnte, so würde ich gesund.“
Jesus war auf dem Weg zum Haus des Jairus. Dort nahm er das Kind an der Hand und sprach: „Talita kum!“ Das heißt: „Mädchen, ich sage dir, steh auf!“ Markus 5,42: „Sogleich stand das Mädchen auf und ging umher.“ Der Glaube dieser Menschen richtete sich auf Jesus und seine Kraft.
Glaube macht Gottes Verheißungen sichtbar
1. Petrus 2,24: „Durch seine Wunden seid ihr geheilt worden.“ Es ist bereits geschehen. Es liegt in der Vergangenheit und gehört uns jetzt. Deshalb dürfen wir sagen: „Danke, Herr Jesus, dass du mich durch dein Blut gerettet hast und dass du meine Krankheit getragen und mich geheilt hast. Es gehört mir – es ist mein.“ Können wir dazu Amen sagen? Wenn wir keine Schritte im Glauben gehen und nicht nach dem handeln, was uns die Bibel sagt, dann nützt es uns nichts. Obwohl uns alles gehört und obwohl Gottes Verheißungen wahr sind, bringt es uns keinen Nutzen, wenn wir nicht im Glauben handeln.
Ich glaube: Wenn ich säe, dann kommt Ernte. Wenn ich aber nicht säe, kommt auch keine Ernte. Jesus sagt: „Gebt, so wird euch gegeben werden.“ Ihr kennt alle auch 2. Chronik 7,14: „Wenn mein Volk, über dem mein Name ausgerufen ist, sich demütigt und betet und mein Angesicht sucht und sich von seinen bösen Wegen bekehrt, so will ich vom Himmel her hören und ihre Sünde vergeben und ihr Land heilen.“ Wir tun als Christen Buße. Das ist eine Bedingung Gottes: Buße tun und sich wieder Gott zuwenden.
Glaube sieht das Unsichtbare
Hebräer 11,1: „Der Glaube aber ist eine feste Zuversicht auf das, was man hofft, und ein Nichtzweifeln an dem, was man nicht sieht.“ Glaube bringt das Unsichtbare in das Sichtbare. Glaubst du, was Gott sagt? Der Glaube bringt das Unsichtbare in die Realität. Und weil wir glauben, erleben wir es auch. 2. Korinther 4,18: „Uns, die wir nicht auf das Sichtbare sehen, sondern auf das Unsichtbare. Denn was sichtbar ist, das ist vergänglich; was aber unsichtbar ist, das ist ewig.“
Mit unseren Augen sehen wir jeden Tag die sichtbare Welt – und vieles Negative, das uns umgibt. Aber Paulus sagt: Wir als Gläubige werden jeden Tag erneuert durch die Kraft des Heiligen Geistes. Wir sind Erben Christi. Deshalb schauen wir nicht nur auf das Sichtbare, sondern auf das Unsichtbare, das ewig ist. Unser Glaube bringt das, was Gott verheißen hat, in unser Leben. In Ihm und in seinem Wort, das aus der Unsichtbarkeit kommt, finden wir die entscheidenden Antworten. Dort finden wir Frieden. Das ist die gesunde und weiterführende Erkenntnis, die uns durch den Glauben geschenkt wird.
Was siehst du – und wofür glaubst du? Wenn wir zusammenkommen und beten, dann schauen wir in das Unsichtbare. Was wir im Geist sehen, macht Gott sichtbar. Heiliger Geist, führe uns tiefer in den Glauben. Lass uns im Glauben sprechen und handeln. Amen.
Helmut Germann
12.07.2026