Missionsgemeinde Heppenheim

Kauft die Zeit aus, denn die Tage sind böse!

„Seht nun darauf, wie ihr mit Sorgfalt wandelt, nicht als Unweise, sondern als Weise; und kauft die Zeit aus, denn die Tage sind böse. Darum seid nicht unverständig, sondern seid verständig, was der Wille des Herrn ist!“ (Epheser 5,15–21)

Dieses Bibelwort hat eine besondere Botschaft für uns Kinder Gottes in der heutigen Zeit. Viele Gläubige leben leider unweise und unbesonnen.

Sie erkennen nicht, dass unsere Tage böse sind, und verschwenden ihre kostbare Zeit, anstatt sie für den Herrn zu nutzen. Ja, man muss sagen: Sie lassen zu, dass der Teufel ihnen die Zeit raubt und dadurch ihre Wirksamkeit im Dienst für den Herrn Jesus Christus erheblich beeinträchtigt.

Der geistliche Kampf um unsere Zeit

Wir leben in den letzten Tagen der Endzeit – in einer herausfordernden Zeit, in der der Widersacher alles daransetzt, echte Christen zu lähmen und sie daran zu hindern, dem Herrn zu dienen und Frucht für Ihn zu bringen – Frucht, die den Feind schädigt und seinen Einfluss zurückdrängt. Deshalb ist der Teufel unaufhörlich und mit großer List bemüht, uns die Zeit zu rauben, ohne dass wir es bemerken. Er nutzt aus, dass wir oft unaufmerksam und nachlässig leben und uns in vielen Dingen eher von unseren fleischlichen Impulsen als vom Geist Gottes leiten lassen.

Wir lassen uns bequem treiben, anstatt sorgfältig, gewissenhaft und zuverlässig zu leben, wie Gottes Wort uns auffordert. Gerade in unserer „Freizeit“, wenn wir keine beruflichen oder familiären Verpflichtungen haben, folgen wir häufig dem, was uns Spaß macht oder was wir als entspannend empfinden, anstatt über unsere kostbare Lebenszeit zu wachen und sie bewusst für unseren Herrn einzusetzen.

Dabei ist keineswegs gesagt, dass Gott nicht wüsste, dass wir Zeiten der Ruhe und Erholung brauchen. Er möchte sie uns gewiss schenken, so wie der Herr Jesus fürsorglich zu Seinen Jüngern sagte: „Ruht ein wenig“ (Mk 6,31).

Doch Gott möchte, dass wir auch diese notwendigen Zeiten der Erholung geistlich gestalten statt fleischlich – dass wir sie mit Gebet und dem Nachsinnen über Sein Wort füllen, anstatt sie mit Zeitungslektüre oder ziellosem Herumklicken im Internet zu verbringen. Mit diesem Bibelwort will Gott uns bewusst machen, dass wir viele Stunden unserer kostbaren Lebenszeit mit nichtigen oder sogar sündigen Aktivitäten verbringen – Stunden, die wir einmal bereuen werden, wenn wir vor dem Richterstuhl des Christus stehen.

Der Gedanke, dass wir einmal Rechenschaft über die Verwendung unserer Lebenszeit ablegen müssen, wird von vielen Christen verdrängt oder zumindest nicht ernst genug genommen. Doch Gottes Wort spricht immer wieder klar und deutlich davon.

„Darum suchen wir auch die Ehre darin, dass wir ihm Wohlgefallen, sei es daheim oder nicht daheim. Denn wir alle müssen vor dem Richterstuhl des Christus offenbar werden, damit jeder das empfängt, was er durch den Leib gewirkt hat, es sei gut oder böse.“ (2Kor 5,9–10)

„Wir werden alle vor dem Richterstuhl des Christus erscheinen; denn es steht geschrieben: ›So wahr ich lebe, spricht der Herr: Mir soll sich jedes Knie beugen, und jede Zunge wird Gott bekennen.‹ So wird also jeder von uns für sich selbst Gott Rechenschaft geben.“ (Röm 14,10–12)

„Gemäß der Gnade Gottes, die mir gegeben ist, habe ich als ein weiser Baumeister den Grund gelegt; ein anderer aber baut darauf. Jeder aber gebe acht, wie er darauf aufbaut. Denn einen anderen Grund kann niemand legen außer dem, der gelegt ist, welcher Jesus Christus ist. Wenn aber jemand auf diesen Grund Gold, Silber, kostbare Steine, Holz, Heu oder Stroh baut, so wird das Werk eines jeden offenbar werden; der Tag wird es zeigen, weil es durchs Feuer geoffenbart wird. Und welcher Art das Werk eines jeden ist, wird das Feuer erproben. Wenn jemandes Werk, das er darauf gebaut hat, bestehen bleibt, so wird er Lohn empfangen; wird aber jemandes Werk verbrennen, so wird er Schaden erleiden; er selbst aber wird gerettet werden, doch so wie durchs Feuer hindurch.“ (1Kor 3,10–15)

Unsere Lebenszeit ist, wenn sie einmal vergeudet wurde, unwiederbringlich verloren. Deshalb müssen wir sie rechtzeitig auskaufen – sie vor dem Verlorengehen bewahren, solange sie uns noch zur Verfügung steht. Wie wichtig dieses Gebot „Kauft die Zeit aus!“ ist, wird dadurch unterstrichen, dass es in Kolosser 4,5 noch einmal wiederholt wird: „Wandelt in Weisheit gegenüber denen, die außerhalb der Gemeinde sind, und kauft die Zeit aus!“ Wir sollen verstehen, was der Wille des Herrn für unser Leben ist.

„Nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt und euch dazu bestimmt, dass ihr hingeht und Frucht bringt und eure Frucht bleibt, damit der Vater euch gibt, worum auch immer ihr ihn in meinem Namen bittet.“ (Joh 15,16)

Gott möchte, dass wir Frucht für Ihn bringen, dass wir für unseren Herrn Jesus Christus leben und nicht für uns selbst. Er hat uns teuer erkauft.

„Denn die Liebe des Christus drängt uns, da wir von diesem überzeugt sind: Wenn einer für alle gestorben ist, so sind sie alle gestorben; und er ist deshalb für alle gestorben, damit die, welche leben, nicht mehr für sich selbst leben, sondern für den, der für sie gestorben und auferstanden ist.“ (2Kor 5,14–15)

Die Zeit auszukaufen, bedeutet deshalb, sie so weit wie möglich zur Gemeinschaft mit unserem Herrn und zum Dienst für Ihn zu nutzen. Dazu gehört besonders das Zeugnis für das Evangelium – die Rettungsbotschaft, die uns anvertraut wurde, damit wir sie nicht für uns behalten, sondern den Menschen weitersagen, die Gott noch nicht kennen. Ein erneuerter Geist verlangt danach: Zeit für Gebet und Bibellesen, Zeit für den Dienst an den Gläubigen und Zeit für das Zeugnis gegenüber Ungläubigen.

Das Problem ist jedoch unser Fleisch. Gerade in unserer „Freizeit“ verlangt es nach anderen Dingen – nach einer „Entspannung“, die häufig darin besteht, dass wir uns passiv zurücklehnen und Videos oder Filme ansehen oder Romane, Erzählungen oder Zeitschriften lesen. Solche Dinge lenken uns bestenfalls nur ab und bleiben oberflächlich; schlimmstenfalls beschmutzen sie unser Herz durch Zweideutigkeiten oder offene Unmoral.

Die Gefahr geistlicher Trägheit

Nur allzu oft folgen gläubige Christen heute ihrem Fleisch statt ihrem Geist. Sie verbringen Stunden vor dem Fernseher oder am Computer, sehen Fußballspiele, Unterhaltungsfilme oder YouTube-Videos an und füllen ihre Zeit mit Dingen, die für ihr geistliches Leben kaum Gewinn bringen.

Diese Trägheit trägt dazu bei, dass viele Christen gerade in der Endzeit in einen angenehmen geistlichen Dämmerschlaf verfallen. Sie erforschen ihre Bibel nicht mehr gründlich, sondern lesen nur noch flüchtig einige Verse am Tag. Sie setzen sich kaum noch mit den Gefahren der endzeitlichen Verführung auseinander, sondern beschäftigen sich überwiegend mit WhatsApp-Nachrichten oder sozialen Medien. Viele lassen sich stundenlang von ihrem Smartphone bestimmen, anstatt sich vom Geist Gottes leiten zu lassen.

Dadurch verlieren sie die geistliche Orientierung und Wachsamkeit, die heute notwendiger sind denn je. Sie leben mehr und mehr für sich selbst, werden gleichgültiger, lauer und immer stärker der Welt angepasst. So kann der Feind sie einlullen und schließlich durch raffinierte Verführung umstricken.

Sie verbringen immer weniger Zeit im Gebet und in der Gemeinschaft mit dem Herrn. Auch für den Dienst des Herrn opfern sie immer weniger Zeit und widmen sich stattdessen überwiegend ihrem Privatleben.

Wenn es bei uns ähnlich aussieht, dann ist dieses Bibelwort ein dringend notwendiger Weckruf.

„Und dieses sollen wir tun als solche, die die Zeit verstehen, dass nämlich die Stunde schon da ist, dass wir vom Schlaf aufwachen sollten; denn jetzt ist unsere Errettung näher, als da wir gläubig wurden. Die Nacht ist vorgerückt, der Tag aber ist nahe. So lasst uns nun ablegen die Werke der Finsternis und anlegen die Waffen des Lichts! Lasst uns anständig wandeln wie am Tag, nicht in Schlemmereien und Trinkgelagen, nicht in Unzucht und Ausschweifungen, nicht in Streit und Neid; sondern zieht den Herrn Jesus Christus an und pflegt das Fleisch nicht bis zur Erregung von Begierden!“ (Röm 13,11–14)

Wir sollten uns neu bewusst machen, dass unsere Zeit nicht uns selbst gehört. Sie ist eine kostbare Leihgabe Gottes – ein anvertrautes Talent, über dessen Verwendung wir dem Herrn einmal Rechenschaft geben werden. Darum sollten wir danach trachten, unsere Zeit fruchtbringend für den Herrn einzusetzen, anstatt sie mit vergänglichen Vergnügungen zu verschwenden. Wie geschrieben steht:

„… um die noch verbleibende Zeit im Fleisch nicht mehr den Lüsten der Menschen zu leben, sondern dem Willen Gottes.“ (1Petr 4,2)

Machen wir deshalb ernst mit dem Wort der Schrift: „In deiner Hand steht meine Zeit.“ (Ps 31,16) Für uns alle bedeutet das, dass wir unsere Zeit unter der Leitung des Heiligen Geistes gestalten sollten. Tag für Tag dürfen wir uns vom Herrn zeigen lassen, wie wir Ihm dienen können und welche Werke Er für uns vorbereitet hat.

Nicht wir selbst sollten unsere Zeit nach eigenem Gutdünken planen und verbringen. Vielmehr sollten wir uns bewusst der Führung unseres Herrn unterstellen und auf das Zeugnis Seines Geistes in unserem Geist achten.

Gemeinschaft mit Gott und geistliche Disziplin

Andererseits sollten wir bewusst dafür sorgen, dass wir – möglichst zu Beginn des Tages – ausreichend Zeit für die Gemeinschaft mit Gott haben. Für die meisten von uns bedeutet das, bewusst früher aufzustehen und andere Dinge zurückzustellen. So gewinnen wir nicht nur fünf Minuten, sondern vielleicht eine halbe Stunde, besser noch eine Stunde oder mehr für Gebet und Bibellesen.

Dabei geht es nicht um gesetzliche Vorschriften, wie manche Christen vielleicht vorschnell einwenden. Gerade wenn wir aus Liebe und Hingabe zu unserem Herrn leben, wird es unser Wunsch sein, Ihm die erste und beste Zeit des Tages zu schenken – eine ungestörte Zeit der Gemeinschaft mit Ihm. Das setzt oft auch die Bereitschaft voraus, am Abend früher schlafen zu gehen.

Zur Disziplin eines Jüngers Jesu gehört ebenso, dass wir uns regelmäßig Zeit nehmen, Gottes Wort eingehend zu studieren. Die tägliche Bibellese allein reicht in der Regel nicht aus, um tiefer in das Wort Gottes einzudringen. Das sorgfältige Erforschen der Heiligen Schrift mithilfe einer Konkordanz oder guter Kommentare ist eine wertvolle Ergänzung – besonders für diejenigen, die dem Herrn im Wort dienen. Dafür müssen wir uns bewusst Zeit nehmen und sie an anderer Stelle einsparen – vorzugsweise bei Hobbys oder unnötiger Freizeitunterhaltung.

Dasselbe gilt für die Lektüre guter geistlicher Bücher, die uns vor Verführungen warnen und zu einem tieferen geistlichen Leben anleiten. Gerade in der Endzeit brauchen wir diese geistliche Orientierung und Ausrichtung, damit wir gesund wachsen und schmerzliche Irrwege vermeiden.

Jeder bewusst lebende Christ sollte sich außerdem vor dem Herrn fragen, wo und wie er Zeit im Dienst für Jesus Christus einsetzen kann.

In vielen Gemeinden wird die Arbeit nur von wenigen treuen Geschwistern getragen, während viele Christen hauptsächlich konsumieren und gelegentlich sogar kritisieren. Wir sollten uns dem Herrn bewusst zur Verfügung stellen und Ihn bitten, uns zu zeigen, wo wir in unserer örtlichen Gemeinde oder in Seinem weltweiten Werk dienen dürfen. Ein solcher Dienst ist kein Zeitverlust, sondern ein Vorrecht und ein geistlicher Gewinn.

Das gilt ebenso für den wichtigen Auftrag, das Evangelium weiterzugeben. Jeder Christ sollte sich – entsprechend seinen Kräften, Möglichkeiten und seiner Lebenssituation – daran beteiligen. Evangelistische Schriften oder Kalender an Nachbarn, Bekannte oder auch fremde Menschen weiterzugeben, ist etwas, das nahezu jeder tun kann. Auch Gespräche über den Glauben lassen sich unter der Leitung des Herrn lernen. Sie stärken und ermutigen unseren eigenen Glauben und sind vor allem ein Gewinn für die Menschen, die das Evangelium hören. Es ist ein Gewinn mit Ewigkeitswert.

Die Zeit für die Gemeinde auskaufen

Für eine wachsende Zahl von Gläubigen gehört es zu einer bewussten Zeitgestaltung in der Nachfolge Jesu Christi, regelmäßig die Versammlungen einer bibeltreuen Gemeinde zu besuchen. Dort empfangen sie gesunde geistliche Nahrung und werden im Glauben gestärkt.

Leider nimmt es auch unter den Gläubigen, die noch bibeltreue Gemeinden besuchen, eine zunehmende Zahl mit dem treuen Besuch der Versammlungen nicht mehr so genau. Besonders Zusammenkünfte unter der Woche, wie Bibelstunden oder Gebetsversammlungen, werden häufig als entbehrlich angesehen. Aber selbst die Sonntagsgottesdienste werden manchmal wegen eines Familienausflugs oder anderer persönlicher Unternehmungen versäumt.

Demgegenüber sollten wir uns neu bewusst machen, welch großen Wert die Versammlungen einer bibeltreuen Gemeinde haben. Sie sind eine besondere Zeit, in der der Herr in der Mitte der Gläubigen gegenwärtig ist, um jeden Einzelnen zu segnen und zu stärken.

„Denn wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich in ihrer Mitte.“ (Mt 18,20)

Deshalb sollten wir – wenn immer möglich – an den Gemeindestunden teilnehmen, um Gemeinschaft mit unserem Herrn zu haben. Darüber hinaus sollten wir treu anwesend sein, um am Aufbau Seiner Gemeinde mitzuwirken und den anderen Gläubigen zu dienen – sei es durch unsere Beteiligung im Gebet oder am Wort oder durch ein persönliches Wort der Ermutigung vor oder nach der Versammlung.

Natürlich gibt es Situationen, in denen die Teilnahme an den Zusammenkünften unter der Woche nur schwer oder gar nicht möglich ist, etwa für Mütter mit sehr kleinen Kindern. Allzu oft jedoch lassen sich Gotteskinder bereits durch bloße Unpässlichkeiten oder ungelegene Zwischenfälle vom Besuch der Versammlungen abhalten. Solche Hindernisse ist der Feind nur allzu gern bereit, immer wieder zu liefern.

Eine besondere Bedeutung hat das Wort „Kauft die Zeit aus!“ auch für ältere Geschwister, die bereits im Ruhestand sind. Ihnen steht oftmals mehr freie Zeit zur Verfügung als früher. Umso bedauerlicher ist es, wenn diese wertvolle Zeit nicht konsequent geistlich genutzt, sondern überwiegend für fleischliche oder vergängliche Dinge eingesetzt wird. Dasselbe gilt auch für viele junge Christen. Es ist ein großes Vorrecht, den Herrn Jesus bereits in jungen Jahren kennenzulernen und die Jugendzeit in Seiner Nachfolge zu verbringen, anstatt kostbare Lebensjahre mit Torheiten und Sünde zu vergeuden.

Leider erkennen manche junge Christen dieses Vorrecht nicht. Sie verbringen viele Stunden mit Hobbys, dem Smartphone oder fragwürdiger Lektüre, anstatt ihre freie Zeit für den Herrn und für geistliches Wachstum in Christus zu nutzen.

Gerade in den Jahren, in denen noch keine Verpflichtungen durch Ehe und Familie bestehen, könnte sich ein junger Gläubiger ein festes Fundament im Wort Gottes erarbeiten. Er könnte die Bibel eifrig erforschen und sich viel Zeit für das Gebet nehmen – um Führung für seinen weiteren Lebensweg, für einen zukünftigen Ehepartner, aber auch für die Anliegen des Reiches Gottes und der Mission zu beten.

Junge Christen können in den späteren Jugendjahren zudem wertvolle Erfahrungen bei missionarischen Einsätzen oder praktischen Arbeitseinsätzen sammeln. Stattdessen wird gerade in diesem wichtigen Lebensabschnitt leider viel kostbare Zeit mit „Gammeln und Bummeln“ – heute würde man eher „Chillen“ sagen – vergeudet.

Die Zeit im Ruhestand für den Herrn nutzen

Es stimmt traurig, zu sehen, dass viele gesunde Senioren, die über Erfahrung und geistliche Gaben verfügen, mit der wertvollen Zeit, die ihnen im Ruhestand zur Verfügung steht, nicht so umgehen, wie es möglich und wünschenswert wäre. Gerade solche oft geistlich reifen Geschwister könnten wertvolle Dienste in den Gemeinden, in der Mission und in vielen anderen geistlichen Aufgaben übernehmen. Nicht zuletzt könnten sie sich verstärkt in der persönlichen Evangelisation einsetzen.

Doch diese Möglichkeiten werden nur von wenigen genutzt. Stattdessen gewinnt man häufig den Eindruck, dass sich viele einsatzbereite Brüder und Schwestern in Hausrenovierungen oder familiären Verpflichtungen verlieren. Damit soll keineswegs gesagt sein, dass solche Aufgaben geringzuschätzen oder zu vernachlässigen wären – gewiss nicht. Letztlich muss sich jedes Gotteskind persönlich vom Herrn leiten lassen. Es gibt Lebensabschnitte, in denen Krankheit oder die Pflege betagter Eltern verständlicherweise viel Zeit in Anspruch nehmen. Dennoch muss man insgesamt feststellen, dass hier oft ein großes geistliches Potenzial ungenutzt bleibt.

Jeder Bruder und jede Schwester, die nicht mehr durch berufliche Verpflichtungen gebunden sind, sollten den Herrn fragen, auf welchen Gebieten sie Ihm dienen können. Viele verfügen über wertvolle berufliche Erfahrungen und natürliche Begabungen, die im Reich Gottes zum Segen eingesetzt werden könnten. Darüber hinaus hat Gott ihnen geistliche Gaben anvertraut, die fruchtbringend gebraucht werden sollen.

„Ich ermahne euch nun, ihr Brüder, angesichts der Barmherzigkeit Gottes, dass ihr eure Leiber darbringt als ein lebendiges, heiliges, Gott wohlgefälliges Opfer: Das sei euer vernünftiger Gottesdienst! Und passt euch nicht diesem Weltlauf an, sondern lasst euch in eurem Wesen verwandeln durch die Erneuerung eures Sinnes, damit ihr prüfen könnt, was der gute und wohlgefällige und vollkommene Wille Gottes ist.“ (Röm 12,1–2)

„Im Eifer lasst nicht nach, seid brennend im Geist, dient dem Herrn!“ (Röm 12,11)

„Dient einander, jeder mit der Gnadengabe, die er empfangen hat, als gute Haushalter der mannigfaltigen Gnade Gottes. Wenn jemand redet, so rede er es als Aussprüche Gottes; wenn jemand dient, so tue er es aus der Kraft, die Gott darreicht, damit in allem Gott verherrlicht wird durch Jesus Christus. Ihm sei die Herrlichkeit und die Macht von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen.“ (1Petr 4,10–11)

Helmut Germann, 19.07.2026