Missionsgemeinde Heppenheim

Jesus – Vollmacht über die Mächte der Finsternis

„Und sie gingen hinein nach Kapernaum; und alsbald am Sabbat ging er in die Synagoge und lehrte. Und sie entsetzten sich über seine Lehre; denn er lehrte sie mit Vollmacht und nicht wie die Schriftgelehrten. Und alsbald war in ihrer Synagoge ein Mensch, besessen von einem unreinen Geist; der schrie:

Was haben wir mit dir zu schaffen, Jesus von Nazareth? Bist du gekommen, uns zu vernichten? Ich weiß, wer du bist: der Heilige Gottes! Und Jesus bedrohte ihn und sprach: Verstumme und fahre aus von ihm! Und der unreine Geist riss ihn hin und her und schrie laut und fuhr aus von ihm. Und sie entsetzten sich alle, sodass sie sich untereinander befragten und sprachen: Was ist das? Eine neue Lehre in Vollmacht! Er gebietet auch den unreinen Geistern, und sie gehorchen ihm!“ (Markus 1,21–27)

Der Sabbat und die Versammlung der Gläubigen

Wann immer die Apostel in eine Stadt hineinkamen, gingen sie in die Synagoge, um das Wort Gottes zu hören. In Vers 21 lesen wir, dass sie am Sabbat, also am Samstag, in die Synagoge gingen. Das war der siebte Tag der Woche. An diesem Tag durfte nicht gearbeitet werden, damit die Menschen zur Ruhe kommen und sich Zeit für Gott und ihr geistliches Leben nehmen konnten.

Jesus ist am dritten Tag auferstanden. Das war der erste Tag der Woche, der Sonntag. „Und als sie am ersten Tag der Woche zusammen waren, erschien er (Jesus) mitten unter ihnen und sprach: ‚Friede sei mit euch.‘“ Da Thomas nicht bei ihnen war, kam Jesus am nächsten Sonntag wieder, um auch Thomas zu erscheinen. Hier sehen wir, dass sich die Gläubigen am ersten Tag der Woche versammelten. Der Sonntag ist auch unser Sabbat, unser Ruhetag.

In Vers 22 entsetzen sich die Juden über die Lehre Jesu, denn er lehrte wie einer, der Vollmacht hat, und nicht wie die Schriftgelehrten. Und sie entsetzten sich alle, sodass sie sich untereinander befragten und sprachen: „Was ist das? Eine neue Lehre in Vollmacht!“ Die Lehre Jesu war nicht neu. Er verwies immer wieder auf die Heilige Schrift. Im Gegensatz zu den Schriftgelehrten, die größtenteils Pharisäer waren und gerne ihre eigene Autorität zeigten, predigte Jesus mit Vollmacht.

Das Volk versammelte sich unter einem religiösen Deckmantel, wie heute in den Landeskirchen, aber innerlich waren die Menschen leer. Auch in der heutigen Zeit sind Versammlungen an vielen Orten zu sozialen Einrichtungen geworden. Es wird nicht mehr genügend Wert auf die Verkündigung des Wortes Gottes und auf die Lehre gelegt, sondern darauf, dass sich die Menschen in der Gemeinde wohlfühlen. So gehen sie nach Hause und bleiben innerlich leer, und in ihrem Leben verändert sich nichts.

Was Jesus lehrte, war das Gegenteil von dem, was die Menschen sonst in der Synagoge in Kapernaum hörten. Er predigte nicht nur über das Wort Gottes, sondern das Wort Gottes selbst und erklärte das Gesetz und die Propheten. Wir brauchen auch heute Prediger, die wie Jesus das Wort Gottes in Klarheit und Autorität verkündigen und, wie Paulus es damals Timotheus ans Herz legte, das Wort der Wahrheit recht teilen.

Der unreine Geist in der Synagoge

Während Jesus am Sabbat predigte, saß ein Mann mit einem unreinen Geist in der Synagoge. Dieser schrie sogleich: „Was willst du von uns, Jesus von Nazaret? Du bist gekommen, um uns zu vernichten. Ich weiß, wer du bist: der Heilige Gottes!“ Hier erkennen wir, dass nicht nur ein Dämon, sondern mehrere Dämonen anwesend waren. Als Adam und Eva in Sünde gefallen waren, hat Gott die Erde verflucht und die Mächte der Finsternis in Feindschaft gegen den Samen der Frau gesetzt. Das zieht sich durch die ganze Schrift bis hin zur Offenbarung.

Obwohl Jesus sagte: „Ich werde meine Gemeinde bauen, und die Pforten der Hölle werden sie nicht überwinden“, wird die Finsternis immer versuchen, das Werk Jesu anzugreifen und die Gemeinde zu zerstören.

In der Synagoge in Kapernaum waren – obwohl sich dort gläubige Menschen versammelten und das Wort Gottes verkündigt wurde – Dämonen anwesend. Das darf uns nicht erschrecken. In der Offenbarung sagt Jesus im Schreiben an die Gemeinde in Smyrna: „Ich kenne deine Bedrängnis und deine Armut – du bist aber reich – und die Lästerung von denen, die sagen, sie seien Juden, und sind’s nicht, sondern sind die Versammlung des Satans.“

Es ist sehr wahrscheinlich, dass der Dämon sich, bevor Jesus dort predigte, sehr wohl fühlte. Er hatte sich nicht bemerkbar gemacht, keinen Schriftgelehrten zurechtgewiesen und nicht gefragt: „Was haben wir mit dir zu tun?“ Doch als Jesus das Wort Gottes in Vollmacht und Autorität predigte, konnte der Dämon nicht mehr ruhig sitzen. Dass ein Dämon in der Gemeinde anwesend war, zeigt den geistlichen Zustand der Menschen in dieser Gemeinde. Die Anwesenheit Jesu und seine Lehre störten den Dämon. Die traurige Wirklichkeit ist, dass es Gemeinden gibt, die sich unter einem christlichen Deckmantel versammeln, aber mit Jesus nichts Gemeinsames haben.

Dieser Mann mit dem unreinen Geist war völlig unter der Herrschaft des Bösen gefangen. Die Menschen in der Synagoge sahen nur, wie Jesus mit dem Mann sprach. Jesus aber sah den Dämon, der durch den Mann sprach. Der Dämon hatte sich des Wesens des Mannes bemächtigt und benutzte seine Stimme.

Die Realität der geistlichen Welt

Der Mann stand unter der Herrschaft des Bösen und hatte jegliches Interesse an Jesus verloren. Heutzutage fällt es vielen Menschen schwer zu glauben, dass es Gott, Engel, Satan und Dämonen gibt. Für sie gibt es nur die sichtbare, materielle Welt. Martin Luther war sich der Anwesenheit des Teufels und seiner dienstbaren Geister, der Dämonen, bewusst. Er schreibt, dass er immer wieder mit ihm gekämpft habe – nicht physisch, sondern im Geist, besonders in der Nacht. Die Wahrheit über Dämonen lesen wir in der Heiligen Schrift.

Als Christen glauben wir, dass Satan ein geschaffenes Wesen ist, ein Engel, der gegen Gott rebellierte. Satan verführte ein Drittel der Engel, und sie wurden auf die Erde geworfen. Wir glauben, dass diese Engel niemals stärker als Gott sind, jedoch sind sie starke Wesen. Wenn wir uns heute die Welt anschauen, sehen wir, dass es diese finsteren Mächte gibt. Der Apostel Petrus spricht darüber:

„Seid nüchtern und wacht, denn euer Widersacher, der Teufel, geht umher wie ein brüllender Löwe und sucht, wen er verschlingen kann.“

Die Dämonen in der Synagoge hatten ein Ziel. Sie arbeiteten gegen Gottes Volk und hatten vor, Menschen zu Fall zu bringen. Das war ihnen auch gelungen – bis zu dem Augenblick, als Jesus aufstand und das Wort Gottes in Vollmacht predigte. Niemand in der Synagoge in Kapernaum bemerkte, dass dort Dämonen am Werk waren.

Dem Teufel keinen Raum geben

Wie der Dämon auf das Leben des Mannes Einfluss nahm, wissen wir nicht. Er ist jedoch nicht einfach so in ihn hineingefahren. Der Mann hatte mit Sicherheit sein Herz und damit die Tür für ihn geöffnet. Hier müssen wir wissen: Christen können nicht besessen sein. „… denn der in euch ist, ist größer als der, der in der Welt ist.“ (1. Johannes 4,4) In Markus 3,27 spricht Jesus davon, dass ein Dieb, bevor er in das Haus eindringen kann, zuerst den Starken binden muss, bevor er seinen Besitz rauben kann. Jesus Christus ist viel stärker als der Teufel und seine Dämonen. Deshalb ist es für ein wahrhaft gläubiges Kind Gottes unmöglich, von einem Dämon besessen zu sein.

Der Epheserbrief warnt uns allerdings davor, dem Teufel Raum zu geben:

„Belügt einander also nicht länger, sondern sagt die Wahrheit. Wir sind doch als Christen die Glieder eines Leibes, der Gemeinde von Jesus. Wenn ihr zornig seid, dann ladet nicht Schuld auf euch, indem ihr unversöhnlich bleibt. Lasst die Sonne nicht untergehen, ohne dass ihr einander vergeben habt. Gebt dem Teufel keine Gelegenheit, Unfrieden zu stiften. Wer bisher von Diebstahl lebte, der soll sich jetzt eine ehrliche Arbeit suchen, damit er auch noch Notleidenden helfen kann. Redet nicht schlecht voneinander, sondern habt ein gutes Wort für jeden, der es braucht. Was ihr sagt, soll hilfreich und ermutigend sein, eine Wohltat für alle. Tut nichts, was den Heiligen Geist traurig macht. Als Gott ihn euch schenkte, hat er euch sein Siegel aufgedrückt. Er ist doch euer Bürge dafür, dass der Tag der Erlösung kommt. Mit Bitterkeit, Wutausbrüchen und Zorn sollt ihr nichts mehr zu tun haben. Schreit einander nicht an, redet nicht schlecht über andere und vermeidet jede Feindseligkeit. Seid vielmehr freundlich und barmherzig und vergebt einander, so wie Gott euch durch Jesus Christus vergeben hat.“

Wir können also als Kinder Gottes nicht von Dämonen besessen sein, aber durchaus ihren Angriffen ausgeliefert sein. Denn der Teufel ist gegen alles, was Gott gehört, und damit auch gegen uns als seine Kinder. Wir wissen, dass der Teufel mit seinen Dämonen Krieg gegen uns führt. Er weiß, dass er Gott nicht besiegen kann, und deshalb versucht er mit allen Mitteln, uns Schaden zuzufügen. Er greift nur Christen an, die anderen nicht – die hat er ja schon.

Der Kampf gegen geistliche Verführung

Jesus hat vorausgesagt, was der Teufel im Sinn hat. Er möchte mit all seiner Kraft, wenn es ihm gelingt und möglich wäre, auch die Auserwählten Gottes verführen. Jesus hat uns zwar zugesagt, dass die Pforten der Hölle die Gemeinde niemals überwinden werden. Das bedeutet jedoch nicht, dass die Gemeinde nicht angegriffen wird. Die Gemeinde ist der Ort, an dem Gotteskinder zusammenkommen. Gott wirkt hier in besonderer Weise durch die Predigt, durch die Gemeinschaft und durch die Einheit des Geistes.

Der Teufel ist in den Gemeinden aktiv, die eine falsche Lehre verkündigen. Er möchte den Fokus von Jesus auf etwas anderes lenken, unser Denken beeinflussen und verhindern, dass wir auf Jesus ausgerichtet sind.

Dazu schreibt Paulus in 2. Korinther 11,3: „Ich fürchte aber, wie die Schlange mit ihrer List Eva verführte, so könnten auch eure Gedanken von der ungeteilten Hingabe an Christus abgewendet werden.“ Viele Gemeinden, die ein „Kuschelchristentum“ leben, sind nicht mehr in der Lage, geistliche und ungeistliche Dinge zu unterscheiden. Sie nennen zwar den Namen Jesu, sind ihm aber nicht mehr gehorsam. Jesus sagt: „Wer mich liebt, der hält meine Gebote.“

Wir kämpfen gegen die finsteren Mächte, indem wir die Waffenrüstung Gottes anziehen (Epheser 6). Dies tun wir, indem wir fest zur Wahrheit des Evangeliums stehen und das Wort Gottes unverfälscht verkündigen: „Verkünde den Menschen Gottes Botschaft. Setz dich dafür ein, ob es den Leuten passt oder nicht! Rede ihnen ins Gewissen, weise sie zurecht, aber ermutige sie auch. Tu all das geduldig und so, wie es der Lehre unseres  Glaubens entspricht.“ (2. Timotheus 4,2)

„Denn es wird eine Zeit kommen, in der die Menschen von der gesunden Lehre nichts mehr wissen wollen. Sie werden sich nach ihrem eigenen Geschmack Lehrer aussuchen, die ihnen nur nach dem Munde reden.“
(2. Timotheus 4,3)

Doch du sollst wachsam und besonnen sein, was auch immer geschieht. Erfülle deine Aufgaben als Verkündiger der rettenden Botschaft, predige sie unerschrocken und führe deinen Dienst treu und gewissenhaft aus. Das ist die Art und Weise, wie Kinder Gottes dem Teufel widerstehen – und wie er vor ihnen flieht.

Jesus Christus hat Vollmacht

In der Bibel geht es weniger um die Dämonen, sondern um Jesus Christus, der Vollmacht über den Teufel und seine Dämonen hat und ihnen Befehle erteilt. Das erkennen wir an dem Geschrei des Mannes mit dem unreinen Geist in der Synagoge. Es war ein Schreien aus Angst, weil der Dämon wusste, wem er gegenüberstand: dem Schöpfer des Himmels und der Erde, Gott selbst. Er wusste, was ihm geschieht, wenn er dem Schöpfer entgegentritt. Auch die Dämonen glauben, dass es Gott gibt, und sie zittern vor Angst. Vers 25: „Ich weiß, wer du bist: der Heilige Gottes!“ Das war die Wahrheit, und dennoch verbietet Jesus ihm den Mund. Jesus braucht keinen Dämon, um sich zu offenbaren. Er braucht keine finsteren Mächte, um die Wahrheit zu verkündigen. Er befiehlt: „Verstumme und fahre aus von ihm!“ Und der unreine Geist riss den Mann hin und her und fuhr aus. Jesus zeigte seine Vollmacht.

Jesus hat bereits die finsteren Mächte an den Pranger gestellt, wie wir im Kolosserbrief lesen. Das heißt nicht, dass wir nicht mehr sündigen oder dass die Mächte der Finsternis nicht mehr da sind. Aber wir brauchen keine Angst zu haben, wenn wir gehorsam sind: „So seid nun Gott gehorsam. Widersteht dem Teufel, dann flieht er von euch.“ (Jakobus 4,7) Satan ist ein besiegter Feind, auch wenn er in der Welt noch sehr aktiv ist. Jesus hat Satan am Kreuz besiegt: „Weil diese Kinder Menschen von Fleisch und Blut sind, wurde der Sohn ein Mensch wie sie, um durch seinen Tod den zu vernichten, der über den Tod verfügt, nämlich den Teufel.“ (Hebräer 2,14)

Der endgültige Sieg über Satan

Und wie sieht es in dieser Welt oder in unserem Leben aus? Auf welche Fallen des Satans fallen wir manchmal herein?

Kriege, Unmoral, Kindesmissbrauch, Menschenhandel, Pädophilie, Drogenhandel usw. – all diese Auswüchse in der Gesellschaft verursacht Satan, der Fürst dieser Welt, wie wir im Johannesevangelium lesen können.

Satan wurde überwunden und wird in vier Stufen gerichtet. Eine Stufe war, dass Jesus durch seinen Tod und seine Auferstehung den Tod, den Feind des Menschen, überwunden hat.

Die zweite Stufe lesen wir in Offenbarung 12,9: „Und der große Drache, die alte Schlange, wurde auf die Erde hinuntergeworfen. Er heißt auch Teufel und Satan, der alle Welt verführt. Er wurde auf die Erde geworfen, und mit ihm seine Engel.“ Gott verwehrt ihm den Zugang, den er bis dahin hatte, um die Brüder zu verklagen – siehe Hiob. Die dritte Stufe finden wir in Offenbarung 20,1–3: „… und warf ihn in den Abgrund, schloss zu und drückte ein Siegel oben darauf, damit er die Völker nicht mehr verführen könnte, bis 1000 Jahre vollendet sind. Danach muss er für kurze Zeit losgelassen werden.“ Die vierte und letzte Stufe lesen wir in Vers 10: „Und der Teufel, der sie verführte, wurde in den Pfuhl von Feuer und Schwefel geworfen, wo schon das Tier und der falsche Prophet waren; dort werden sie gequält Tag und Nacht, von Ewigkeit zu Ewigkeit.“

Der Teufel ist ein besiegter Feind. Jesus Christus hat Vollmacht. Deshalb brauchen wir uns nicht vor den Mächten der Finsternis zu fürchten. Unsere Aufgabe ist es, wachsam zu sein, dem Teufel zu widerstehen, an der Wahrheit des Wortes Gottes festzuhalten und Jesus Christus treu nachzufolgen.

Helmut Germann
06.09.2026