„Du sollst halten das Fest der Ernte, der Erstlinge deiner Früchte, die du auf dem Felde gesät hast, und das Fest der Lese am Ausgang des Jahres, wenn du den Ertrag deiner Arbeit eingesammelt hast vom Felde.“ (2. Mose 23,16) An Erntedank schauen wir zurück und danken Gott für all die Früchte, Blumen, das Korn und das Gemüse. Wer zurückschaut und sich an die kleinen Samen erinnert,
erkennt, dass es nicht die eigene Kraft war, die die Pflanzen wachsen ließ. Und wer das erkennt, hat Grund zu danken. Sich erinnern und danken stehen für uns Christen in einem engen Zusammenhang: Wir erinnern uns auch heute an die Gnade, die Gott uns in seiner Schöpfung geschenkt hat und aus der wir leben.
„Denn das Land soll euch seine Früchte geben, dass ihr genug zu essen habt und sicher darin wohnt.“ 3. Mose 25,19
„Wenn du gegessen hast und satt geworden bist, sollst du den HERRN, deinen Gott, loben für das gute Land, das er dir gegeben hat.“
5. Mose 8,10
Haben wir das Danken verlernt?
Wie sieht es heute bei uns aus?
Wir leben in einer Gesellschaft, in der mehr gefordert als gedankt wird. Obwohl wir noch zu den reichsten Ländern der Welt gehören, nehmen wir vieles, was wir haben, als selbstverständlich hin. Wir streben nach immer mehr und haben dabei oft keine Zeit zum Danken.
Sicher ist es wichtig, sich für soziale Gerechtigkeit, für Frieden und für unsere Umwelt einzusetzen. Doch haben wir bei all diesen Aktivitäten auch Zeit, uns daran zu erinnern, was Gott uns geschenkt hat und was wir mit Gottes Hilfe erreicht haben?
Da haben wir allen Grund zu danken!
Danken kommt von Denken. Wenn wir anfangen zu denken und Rückblick auf unser Leben halten, finden wir bestimmt viele Gründe, dankbar zu sein – auch wenn unsere Lebensgeschichte hier und da schmerzliche Ereignisse enthält. Danken heißt, das Positive in unserem Leben anzuerkennen.
„Danken schützt vor Wanken und Loben zieht nach oben.“
Dank für das Gute hilft uns, das Schwere in unserem Leben besser anzunehmen. Wer aus einer Haltung des Dankens lebt, richtet seinen Blick nicht nur auf das, was fehlt, sondern erkennt auch das, was ihm geschenkt wurde. Wir können das Danken üben, indem wir zum Beispiel ein Dankbarkeitstagebuch führen und täglich aufschreiben, wofür wir dankbar sind.
Danken hat ein Gegenüber – Gott
Ist es nicht ein großes Geschenk, mit anderen Menschen das Leben teilen zu können? Oder dass die Sonne jeden Morgen aufgeht – über gute und böse Tage, über gute und böse Menschen? Das bedeutet auch: über meiner Güte und meiner Bosheit. Den Sonnenaufgang kann sich niemand verdienen. So ist es auch mit den wichtigsten Dingen in unserem Leben: Liebe und Leben sind immer ein Geschenk.
Das fängt klein an – mit vielen Zeichen am Weg, wenn ich morgens zur Arbeit gehe. Zeichen, die mich ansprechen und mir etwas sagen wollen: eine Rose im Garten, das Spielen und Singen der Vögel, die bunten Blätter des Herbstes oder das Lachen eines Kindes. Diese Zeichen zu erkennen und wahrzunehmen, kommt dem Danken sehr nahe.
Kann man auch im Schmerz danken?
Können wir auch für Dinge danken, die uns Schmerzen bereiten? Was verhindert Dank im Schmerz? Wie kann ein Mensch danken für eine persönliche Enttäuschung, für missbrauchtes Vertrauen oder für Einsamkeit in seinem Leben? Wie soll er danken für den Verlust eines geliebten Menschen? Wie kann er danken für eine Welt, in der schreckliche Dinge geschehen? Es ist ein Geheimnis der Gnade Gottes, dass Menschen das Unbegreifliche, das ihnen geschehen ist, mit der Zeit annehmen können.
Die Bibel sagt: „Die mit Tränen säen, werden mit Freuden ernten. Sie gehen hin und weinen und streuen ihren Samen und kommen mit Freuden und bringen ihre Garben.“ Psalm 126,5–6
Wir sollen Frucht bringen. Gott möchte Frucht in unserem Leben sehen. Das bedeutet nicht nur Reden, sondern auch Tun.
Die Ernte ist groß
Jesus sagt: „Da sprach er zu seinen Jüngern: Die Ernte ist groß, aber es sind wenige Arbeiter. Darum bittet den Herrn der Ernte, dass er Arbeiter in seine Ernte sende.“ Matthäus 9,37–38
Erntedank erinnert uns deshalb nicht nur an die Früchte auf unseren Feldern. Es erinnert uns auch an die geistliche Ernte. Gott möchte Frucht in unserem Leben sehen. Er möchte, dass unser Glaube sichtbar wird – nicht nur in unseren Worten, sondern auch in unserem Handeln.
Gott schenkt, was wir zum Leben brauchen
„Denn der HERR, dein Gott, führt dich in ein gutes Land, ein Land, darin Bäche und Brunnen und Seen sind, die an den Bergen und in den Auen fließen, ein Land, darin Weizen, Gerste, Weinstöcke, Feigenbäume und Granatäpfel wachsen, ein Land, darin Ölbäume und Honig sind, ein Land, wo du Brot genug zu essen hast, wo dir nichts mangelt … Und wenn du gegessen hast und satt bist, sollst du den HERRN, deinen Gott, loben für das gute Land, das er dir gegeben hat.“ 5. Mose 8,7–10
Gott erinnert sein Volk daran, dass Versorgung und Wohlstand nicht selbstverständlich sind. Deshalb sollen wir nicht vergessen, wem wir all das zu verdanken haben. Psalm 145 bringt diese Haltung des Lobes wunderbar zum Ausdruck:
„Ich will dich erheben, mein Gott, du König, und deinen Namen loben immer und ewiglich. Ich will dich täglich loben und deinen Namen rühmen immer und ewiglich. Der HERR ist groß und sehr zu loben, und seine Größe ist unausforschlich.“
„Kindeskinder werden deine Werke preisen und deine gewaltigen Taten verkündigen. Sie sollen reden von deiner hohen, herrlichen Pracht; deinen Wundern will ich nachsinnen.“
„Gnädig und barmherzig ist der HERR, geduldig und von großer Güte. Der HERR ist allen gütig und erbarmt sich aller seiner Werke.“
„Es sollen dir danken, HERR, alle deine Werke und deine Heiligen dich loben und die Ehre deines Königtums rühmen und von deiner Macht reden.“
„Der HERR ist getreu in allen seinen Worten und gnädig in allen seinen Werken. Der HERR hält alle, die da fallen, und richtet alle auf, die niedergeschlagen sind.“
„Aller Augen warten auf dich, und du gibst ihnen ihre Speise zur rechten Zeit. Du tust deine Hand auf und sättigst alles, was lebt, mit Wohlgefallen.“
„Der HERR ist nahe allen, die ihn anrufen, allen, die ihn mit Ernst anrufen. Er tut, was die Gottesfürchtigen begehren, und hört ihr Schreien und hilft ihnen.“
„Mein Mund soll des HERRN Lob verkündigen, und alles Fleisch lobe seinen heiligen Namen immer und ewiglich.“
Was für eine wunderbare Erinnerung: Gott ist derjenige, der versorgt, aufrichtet, hört und hilft. Darum gebührt ihm unser Dank und unser Lob.
„Ohne Gott und Sonnenschein fahren wir die Ernte ein“ Kennst du den Spruch aus der damaligen DDR? Lange hat dieses System dann nicht mehr bestanden. Und wie sieht es heute aus? Man will ohne Gott die Welt retten – was für Toren, welch ein Irrsinn! Die Gottlosigkeit ist die Ursache für vieles, was wir heute erleben. Wer bewusst Gott, den Schöpfer, ablehnt, der hat andere Herren über sich und wird deren Sklave. Ein Volk, das Gott nicht kennt oder nicht haben will, wandelt in der Finsternis. So ist es leider auch in Deutschland.
Jesus – Gottes endgültiges Ja zu uns
Am Abend, als Jesus ausgeliefert wurde, dankte er seinem Vater für Brot und Wein. In Jesu Erlösungstat hat Gott sein endgültiges Ja zu uns gesprochen. Das ist der Grund, weshalb wir in jeder Situation danken dürfen. Nicht weil alles in unserem Leben gut ist. Nicht weil wir alles verstehen. Sondern weil Gott gut ist und weil wir wissen dürfen, dass unser Leben in seiner Hand liegt.
Kannst du ihm danken – ohne „Wenn“ und „Aber“?
Auch wenn durch politische Fehlentscheidungen die Wirtschaft und viele Existenzen in Schieflage geraten sind, können wir Gott für das dankbar sein, was wir bisher empfangen haben, und ihm unser Land anbefehlen. Denn Gott lässt sich bitten. Er sitzt im Regiment.
„Danket dem HERRN; denn er ist freundlich, und seine Güte währet ewiglich.“ Psalm 107,1
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